Realschule Oberroning zu Besuch in der Steinzeit bei Höhlix

Auch in diesem Schuljahr hieß es für die Klasse 6c der Realschule Oberroning wieder: „Wir fahren in die Steinzeit“. Voller Spannung und warm angezogen - denn zu dieser Jahreszeit ist es ja bekanntlich sehr kalt in der „Steinzeit“ - ging es zusammen mit der Geschichtslehrerin Frau Reimann und dem Klassenleiter Herrn Friedrich ins Sausthal nach Ihrlerstein.

Dort angekommen, sah man schon auf den ersten Blick, dass hier keine Häuser vorhanden waren und dass es richtig war, sich warm anzuziehen. Es war klar, dass die nächsten zwei Stunden im Freien stattfinden würden. Genau diese Kälte zu bekämpfen, war auch gleich das erste Problem des Steinzeitmenschen Jürgen „Höhlix" Reinsch. Er zeigte den Schülerinnen und Schülern unterschiedliche -mühevolle und langwierige - Arten und Möglichkeiten, wie man in der Steinzeit zu Feuer kam. Dass das Feuer eine Wärmequelle war und ist, merkten diese schnell. Der Sitzkreis um das Feuer wurde immer enger. Sie wurden aber auch belehrt, dass das Feuer wichtig für die Zubereitung von Fleisch war, da dieses in gebratener Form genießbarer und für den menschlichen Körper bekömmlicher ist. Höhlix zeigte auch, dass man das Feuer sogar transportieren konnte. Da vorher die mühsamen Varianten des Feuermachens veranschaulicht worden waren, war es einsichtig, dass die einmal entzündete Feuerquelle von den Steinzeitmenschen häufig mit auf Wanderschaft genommen wurde.

Interessant war auch, dass der selbst gefertigte Schmuck der Steinzeitmenschen als Statussymbol galt. Wer Schmuck umhängen hatte (oft Ketten bestehend aus Zähnen oder Knochen von erlegter Beute), zeigte, dass er ein guter Jäger war. Er bewies nämlich, dass er schnell jagen konnte, weil er im Gegensatz zu manch anderen Jägern trotz der anstrengenden Jagd sowie anderer zeitraubender Aufgaben, die zum Überleben in der Steinzeit notwendig waren, noch Zeit hatte, die Beutezähne zu durchbohren und sie aufzufädeln.

Erzählt wurde natürlich auch von „Ötzi“, dem wohl bekanntesten Menschen der Jungsteinzeit.

Anschließend konnten die uralten Überlebenstechniken entdeckt und auch ausprobiert werden. Die Schülerinnen und Schüler durften selbst versuchen, Feuer zu entfachen, steinzeitliches Werkzeug testen und hautnah spüren, wie anstrengend ein Leben ohne Strom und Heizung sein konnte. Spannend war es auch verschiedene Tiere anhand ihrer Felle zu erkennen. Um sich ein bisschen aufzuwärmen, konnten sich die Kinder beim Speerwurf sportlich betätigen. Sie durften selbst Hand anlegen und feststellen, dass man mit einer Speerschleuder als einfaches Hilfsmittel weitaus bessere Ergebnisse erzielen kann, als beim Wurf mit der bloßen Hand. Trotz sämtlicher Hilfsmittel konnte dennoch niemand die Wurfleistung von Höhlix toppen. Da merkte man einfach, wer täglich auf der Jagd ist und ums Überleben kämpfen muss… Den Abschluss dieses abwechslungsreichen und informativen Vormittags bildete ein gemeinsames steinzeitliches Konzert mit Hilfe von selbst gebastelten steinzeitlichen Instrumenten. In diesen zwei Stunden Zeitreise in die Steinzeit konnten die Schülerinnen und Schüler viel über die erstaunlichen Leistungen und Fähigkeiten der Menschen aus vergangenen Zeiten lernen und am eigenen Leib erfahren, wie anstrengend es ist, wenn bestimmte Dinge aus unserem modernen Leben nicht selbstverständlich sind. Außerdem konnten sie der spannenden Frage auf den Grund gehen, wie viel steinzeitliches Erbe der moderne Mensch noch in sich trägt. Mit vielen neuen Eindrücken und dem Bewusstsein für die Leistungen der Steinzeitler traten die Oberroninger dann wieder den Nachhauseweg an.

Tanja Tajsich und Michaela Reimann