Sea-Eye-Seenotrettung aus Regensburg

Im Rahmen des Projektes „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ begrüßten die Schülerinnen und Schüler der Realschule Oberroning am Freitag vor den Faschingsferien Herrn Professor Georg Scharfenberg von der OTH Regensburg, der mit einem Film- und Bildvortrag über die Hilfsaktionen im Mittelmeer der Regensburger Organisation Sea-Eye berichtete. Organisiert wurde der Vortrag vom Schule ohne Rassismus-Team Michaela Reimann, Christiane Rössler und Eva Schneider.

Aus humanitärer Pflicht gründete der Regensburger Unternehmer Michael Buschheuer 2015 die Flüchtlingshilfsorganisation Sea-Eye. Mit zwei Schiffen kreuzt diese seither im zentralen Mittelmeer zwischen Sizilien und Libyen, um ertrinkende Flüchtlinge zu retten. Allein am Osterwochenende 2016 wurde 970 Menschen geholfen. „Wir können die Menschen doch nicht ertrinken lassen“, so erklärt Herr Scharfenberg den Schülern sein persönliches Engagement. Die in Europa festgeschriebenen Menschenrechte gelten doch für alle Menschen, es sei seine humanitäre Pflicht zu helfen. Weiterhin erfuhren die Schülerinnen und Schüler viel über die eigentlichen Fluchtursachen und konnten sich die Fluchtroute über das Mittelmeer an einer Karte anschauen. Völlig geschockt waren viele Jugendlichen, als sie von den erbärmlichen Verhältnisse in Libyen hörten, von wo aus viele Schlepperbanden die Flüchtlinge in einfachen Schlauchbooten ins offene Meer schicken.

Ebenso konnten sich die Schüler ein Bild davon machen, wie diese Rettungsaktionen ablaufen und welchen Gefahren sich die Helfenden dabei aussetzen. Wichtig sei es als erste Maßnahme vor allem die entdeckten Flüchtlinge mit Trinkwasser und Schwimmwesten zu versorgen. Die Menschen seien vollkommen dehydriert und könnten alle nicht schwimmen. Um die völlig überladenen Boote zu entlasten hat Sea-Eye Rettungsinseln dabei. Weiterhin müssten schnell Kleinkinder und Schwangere an Bord eines Rettungsschiffes geholt und medizinisch versorgt werden. Als vierte Maßnahme werde Hilfe geholt, indem man die italienische Seeenotrettung informiert. Sea-Eye evakuiert nicht, dies erledigen große Schiffe beispielsweise von der Küstenwache oder der Marine. Die oftmals bereits kaputten Schlauboote werden zerstört, damit sie Schlepper nicht weiter verwenden können. Sea-Eye leistet keine Fluchthilfe, transportiert keine Flüchtenden und arbeitet schon gar nicht mit Schleppern der libyschen Küste zusammen. Sea-Eye hält sich einfach an die Regeln der internationalen Seenotrettung, dass man keine Menschen ertrinken lassen darf.

Schon diesen Juli wird Herr Scharfenberg wieder an einer Mission im Mittelmeer teilnehmen. Das Projekt, das den Schülern an der Oberroninger Realschule vorgestellt wurde, finanziert sich nur durch Spenden und vor allem den enormen Einsatz der freiwilligen Helfer, die selbst ihre Flüge nach Malta, von wo aus die Sea-Eye und mittlerweile auch der Seefuchs, das zweite Schiff der Organisation, ihre Fahrten starten, aus eigener Tasche bezahlen.

Im Anschluss an den interessanten und überaus lehrreichen Vortrag überreichten die Schülersprecher der Organisation eine Spende über 446 Euro.

Tanja Tajsich und Eva-Maria Schneider