Die Realschule Oberroning auf den Spuren der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Regensburg

Im Rahmen des Projektunterrichts zum vernetzten Unterricht (VU) mit dem Thema ‚Das Judentum’ fanden sich die beiden Marchtaler-Plan- Klassen der 6. Jahrgangsstufe zusammen mit ihren beiden VU - Lehrerinnen Eva Kerner und Adelheid Streu in Regensburg ein, um eine Führung durch die Synagoge zu genießen. Der Rabbiner Josef Chaim Bloch stand den Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort. So wurden z. B. Fragen wie „Was dürfen Juden essen?“ und „Was bedeutet kosher?“ gestellt und beantwortet.

Die eifrigen Sechstklässler lernten einige Ge- und Verbote des Judentums kennen und wurden über die Geschichte der Synagogen aufgeklärt. Seit ihrer Wiedergründung 1950 ist die jüdische Gemeinde Regensburg nicht nur eine lebendige Religionsgemeinschaft, sondern auch ein wichtiger Teil der Stadtgesellschaft von Regensburg. Sie ist ständig am Wachsen. 2019 öffnete die Synagoge an ihrem jetzigen Standort ihr Pforten. Fasziniert waren die Jugendlichen von der Bedeutung der Tora und v.a. von der Tatsache, dass jede Tora irgendwann in einem Tongefäß auf einem jüdischen Friedhof beerdigt wird. Sie stellten viele Fragen zur Kippa, eine jüdische Kopfbedeckung, welche jeder Junge aufsetzen musste. Der Rabbiner betonte auch immer wieder, dass man jederzeit (auch Nicht-Juden) an den Gebeten teilnehmen dürfte. Hierfür gebe es sogar eigens deutsche Übersetzungen für die Gebete. Im Anschluss an die hoch interessante und lehrreiche Führung besichtigten die Schülerinnen und Schüler das „Dokument Neupfarrplatz“. Bereits im Vorfeld wurden sie darüber unterrichtet, dass es die Überreste des ehemaligen jüdischen Viertels von Regensburg symbolisiert. Seit dem frühen Mittelalter befand sich dieses Viertel am Neupfarrplatz. Nach dessen Zerstörung im Jahre 1519 wurde an der Stelle der ehemaligen Synagoge eine Wallfahrtskapelle errichtet, die später zur ersten Pfarrkirche der evangelisch gewordenen Reichsstadt wurde…
Dieser erlebnisreiche Vormittag war ein gelungener Abschluss eines interreligiösen Lehrplanbereichs.

Adelheid Streu und Tanja Tajsich