Einmal Ritter sein…

„Einmal Ritter sein…“, das wünschen sich meistens die Jungen irgendwann. Ob es auch noch für die 7. Klassen ein Wunsch wäre? Wohl kaum. Kurz vor dem Corona-Lockdown konnte die 7a und 7b zur Burg Prunn in der Nähe von Riedenburg fahren. Wie das Idealbild einer Ritterburg steht sie auf einem nahezu senkrecht emporragenden Jurafelsen hoch über dem Flusstal der Altmühl. So beeindruckend die Burg von der Ferne aussieht, so begeisternd waren die Blicke dort auf die umgebende Landschaft des Altmühltals. Urkundlich wurde diese Burg 1307 das erste Mal erwähnt.

Unser Rundgang beginnt über die Wendeltreppe ins Obergeschoss. Dort durften wir uns und auch Herr Obermeier als Ritter verkleiden. Da wurde uns erst bewusst, wie schwer diese Ausrüstung war. Auch der Helm bietet nur begrenzte Sicht. Wir erfuhren auch, dass das Schwert oftmals gar nicht so scharf war, da es manchmal auch als Hiebwaffe verwendet werden musste. Schwer war es trotzdem. Für uns war es kaum vorstellbar, wie eingepackt die Ritter damals waren. Trotzdem konnten sie sich erstaunlich gut bewegen.

Im späten Mittelalter muss Prunn auch kulturell von überregionaler Bedeutung gewesen sein: Nach dem Tod des letzten Fraunberger-Grafen 1566 fand Wiguläus Hund auf der Burg den so genannten "Prunner Codex", die viertälteste vollständige Handschrift des Nibelungenliedes – des berühmtesten mittelhochdeutschen Heldenepos. Die Handschrift gelangte 1575 nach München in die herzogliche Bibliothek und befindet sich heute in der Bayerischen Staatsbibliothek. Aber immer noch ist eine wunderschöne handgeschriebene Kopie auf der Burg Prunn aufbewahrt.

Im zwar kleinen, aber sehr netten Burghof konnten wir dann Pause machen und den wunderschönen Blick genießen. Alle waren sich einig: „Die Ritter hatten es auch nicht leicht.“ Und alle waren froh, als sie den warmen, klimatisierten Bus einsteigen konnten.  

Stefan Obermeier und Maria Reichl