Besuch der Gedenkstätte Flossenbürg

Die Schüler der 10. Jahrgangsstufe der Realschule Oberroning begaben sich auf eine Reise in die Vergangenheit Deutschlands – sie erinnerten sich einen ganzen Tag lang an die schrecklichste Zeit unseres Landes. Zusammen mit ihren Geschichtslehrkräften Frau Schneider und Frau Reimann besuchten die Schülerinnen und Schüler die KZ Gedenkstätte Flossenbürg.

Celina Groß aus der Klasse 10a berichtet von ihren Eindrücken:

Am 25.10.2018 sind wir, die 10a und 10b, nach Flossenbürg in die KZ-Gedenkstätte gefahren. Das Wetter hat zu unserem Ausflug gepasst. Es regnete und da Flossenbürg auf einem Berg liegt, war es auch noch ziemlich diesig.

Beim Aussteigen waren alle noch guter Laune und unterhielten sich. Auf den ersten Blick sah das KZ lange nicht so schlimm aus, wie wir es uns vorgestellt hatten. Es steht auch nicht mehr viel und das einzig Sichtbare, das irgendwie darauf hinwies, was dort einmal war, war die SS-Kommandozentrale. Erst als wir das Museum – die damalige Wäscherei – betraten, senkte sich so langsam die gute Laune. Die Rundführung war sehr interessant und es wurden viele Fakten zum KZ Flossenbürg erzählt und erklärt. Was mir aber eher in Erinnerung geblieben ist, war die Zeit, in der wir uns alleine bewegen durften. Wir machten die vorherige Runde nochmal, nur das Krematorium ließen wir aus. Es reichte uns schon, nur einmal darin gewesen zu sein.

Aber das „Todesareal“ war trotzdem auch nicht ohne. Es gab einen Friedhof, 18 Gedenksteine für alle Länder, von denen es Insassen in Flossenbürg gab. Die größte Gruppe war mit 26.430 die der Gefangenen aus der UdSSR, gefolgt von den Polen mit 17.546. Aber wohl das, was mich am meisten beeindruckt und bedrückt hat, waren die Einzelgeschichten, die im Keller der Wäscherei aufgeschrieben worden sind. An eine Geschichte kann ich mich noch gut erinnern. Sie war von einem Deutschen, bei dem in der Nähe seines Dorfes drei SS-Leute erschossen wurden. Am nächsten Tag kamen SS-Leute in das Dorf und -ich zitiere- „ließen alle Bewohner in einer Reihe aufstellen, egal welchen Alters oder Geschlechts, zählten ab und jeder zehnte musste mitkommen“. Das schockierte mich doch sehr, denn es zeigte geradewegs die Willkür, mit der diese Leute vorgingen.

Auch ein drückendes Gefühl in der Magengegend löste das Namensbuch der Gefangenen aus. Das Buch war 1 ½ Handflächen dick und die Seiten glichen den Seiten von Bibeln, so dünn und dicht beschrieben waren sie.

Es klingt vielleicht auch etwas übertrieben, aber es stimmt, wenn ich behaupte, dass ich die nächsten vier Tage danach nicht mehr richtig schlafen konnte.

Als Abschluss kam man nur sagen: Ich bin froh, dass wir nicht in so einer Zeit aufwachsen mussten und es ist erschreckend, dass so eine Verachtung und Verfolgung von Menschen, die nicht ins System passten, stattfinden konnte.

C.Gross