Im Kampf gegen Rassismus

Regionalbeauftragte für Demokratie und Toleranz an der Realschule Oberroning

„Maria statt Scharia“ – eine junge, blonde Frau - daneben eine verschleierte Frau. Ein NPD-Wahlplakat mit diesem Slogan und Bildinhalt wurde gerade von Mario Benedetti und Bernd Kohlmann den Schülerinnen und Schülern der Klasse 9a gezeigt und besprochen. In einem 3-stündigen Workshop mit den Schülern diskutieren die Referenten über demokratische Grundwerte und geben Denkanstöße zu gängigen Vorurteilen und Stereotypen, die sehr oft zu Diskriminierungen führen. Eingeladen wurden die Herren, die neben ihrer Tätigkeit als Lehrkräfte auch Regionalbeauftragte für Demokratie und Toleranz der staatlichen Schulberatungsstelle Niederbayern sind, von der Geschichtslehrerin Eva-Maria Schneider, zum Thema „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. 

Die Jugendlichen erarbeiten mit den Referenten den Inhalt des Plakats. In der Diskussion über die Wirkung des Plakats wird klar, in der Aussage ist eine Diskriminierung einer Religion, wenn nicht sogar ein Rassismus versteckt. Gemeinsam denken die Schüler nun darüber nach, warum wir alle gefragt sind, unser Zusammenleben und unsere Demokratie zu schützen. Mit einem kleinen Spiel – ein vorher gezeigtes Bild mit einem Partner zu zeichnen und dabei nicht sprechen zu dürfen – veranschaulicht, wie Menschen scheinbar Gleiches unterschiedlich wahrnehmen. So entwickeln die Jugendlichen ganz praktisch eine Vorstellung über das Auftauchen von Vorurteilen, die aus Vereinfachungen und Verallgemeinerungen entstehen.

Mit verschiedenen Karten, auf denen Bilder, wie den Hitlergruß zeigende Neonazis, oder Aussagen, wie „Männer wissen besser Bescheid, was für Frauen gut ist!“, werden alle in der Klasse angeleitet, sich in Kleingruppen bewusst mit diesen Aussagen auseinanderzusetzen.
Ein hoch aktueller Punkt, dem sich die Klasse auch widmet, ist das Erkennen von sogenannten Fake News im Internet. Die Dozenten geben dabei den Jugendlichen wichtige Tipps, wie sie diese Informationen kritisch bewerten können und wie Fake News zu entlarven sind.
Abschließend klären Benedetti und Kohlmann auch über die Straftatbestände des Tragens und Zeigens von verfassungsfeindlichen Symbolen und der Volksverhetzung (§86a, §130 GG) auf.

Als Resümee nehmen die Schüler mit: Um sich eine eigene Meinung bilden zu können, ist es am Wichtigsten, sich selbst zu Themen anhand seriöser Quellen zu informieren. So kann man andere Meinungen überdenken und auch widersprechen oder Hassbotschaften melden.
Der Workshop endet mit dem Appell an die Klasse, die Werte unserer Demokratie zu schätzen, denn diese ermöglichen uns ein gutes Zusammenleben.

Eva Schneider